Lesung: Emanuel Rosen: Wenn jemand anruft, sagt, ich bin tot

am 10. November 2021 um 19.00 Uhr

Ort: Kurt-Neuwald-Saal, Neue Synagoge Gelsenkirchen, Georgstraße 2

(18.00 Uhr: Optionale Führung durch die Synagoge mit Anmeldung)

Moderation: Cathrin Brackmann (WDR)

Dt. Lesepart: Schauspieler Kai Schumann

Musik: Norbert Labatzki

Emanuel Rosen (Kalifornien) geht in seinem Buch „Wenn jemand anruft, sagt, ich bin tot“ auf Spurensuche seiner Familiengeschichte, die auch nach Unna und Hamm führt. Als Emanuel Rosen in Israel aufwuchs, war er von den heiteren Aussprüchen seiner Mutter umgeben, aber er hatte keine Ahnung von dem Kampf, den sie führte. Er wusste, dass seine Großeltern, Lucie und Hugo Mendel, 1933 aus Deutschland nach Palästina emigriert und 1956 ihre frühere Heimat besucht hatten. Aber er wusste nicht, dass sich sein Großvater nach ihrer Rück[1]kehr nach Tel Aviv dort das Leben genommen hatte. Er wusste nichts von dem Rechtsstreit, den seine Mutter Miriam Rosen in die Wege geleitet hatte, um die Würde ihres in Unna geborenen Vaters wiederherzustellen. Dieser war bis 1933 ein angesehener Anwalt in Hamm gewesen, bis ihm die Nationalsozialisten Berufsverbot erteilt hatten. Und er wusste sicher nichts von dem Nazi-Psychiater, den das Gericht in diesem Fall als Gutachter bestellt hatte. Kurz gesagt, er wusste nicht viel, bis er einen Karton mit Briefen fand, die seine Großeltern von ihrer Reise geschickt hatten, und er fuhr nach Deutschland, um ihren Spuren zu folgen. Emanuel Rosen wurde in Israel geboren und lebt in Kalifornien.

Eintritt: 14 Euro (zzgl. Systemgebühr und ggf. Versandkosten)

Tickets und weitere Infos Für alle Veranstaltungen erhalten Sie die Tickets unter www.wlb.de oder folgendem QR-Code: Telefonische Ticketbestellung: Westfälisches Literaturbüro in Unna e. V., (02303) 96 38 50 Programmänderungen vorbehalten. Sollte dem Autor pandemiebedingt eine Einreise aus den USA nicht möglich sein, wird an den Abenden ein digitales Gespräch mit ihm eingespielt. Zudem sind – auch kurzfristig – pandemiebedingte Auflagen möglich. Bitte informieren Sie sich darüber vor dem Veranstaltungsbesuch auf der Website des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V. unter www.wlb.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Westfälischen Literaturbüro in Unna e.V.

Es gilt die 3-G-Regel, bitte bringen Sie den Nachweis mit, geimpft, genesen, oder tagesaktuell getestet zu sein.

Anmeldungen sind unbedingt erforderlich.

Konzert und Lesung „Die Hornisse“ mit Norbert Labatzki am 04.10.21 um 18 Uhr in der Neuen Synagoge Gelsenkirchen

Kurt-Neuwald-Saal, Georgstr. 2 in Gelsenkirchen

 

„Die Hornisse“, Märchen und Legenden der Juden. Jede Kultur oder Gesellschaft hat ihre eigenen Märchen und Legenden, die helfen, sie zu verstehen. Sie hören traditionelle Klezmermusik, jiddische Lieder, jüdische Märchen und die Lieblingswitze von Paul Spiegel! Mit einer lockeren Mischung aus Rezitation und Musik bringt die „Hornisse“ diese Welten den Zuhörern näher und soll zu Entdeckungen und Reflektionen anregen

Es spielen, singen und lesen: Norbert Labatzki, Klarinette und Gesang, und Wolfgang Czeranka

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Gelsenkirchen und der Gesellschaft für Christlich – jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen.

 

Eintritt: 8,00 Euro

Es gilt die 3-G-Regel mit Nachweis einer Impfung, Genesung oder einem tagesaktuellen Test. Im Haus gilt Maskenpflicht. 

Konzert in der Neuen Synagoge in Gelsenkirchen am 03. Oktober 2021 um 18.00 Uhr

 Kurt Neuwald-Saal, Georgstr. 2, Gelsenkirchen

Die COMEDIAN HARMONISTS 1934 – 2021

 

Das neu gegründete Ensemble vom Niederrhein wiederholt das letzte Konzert der COMEDIAN HARMONISTS vom 13. März 1934 in München, bevor die jüdischen Mitglieder des Ensembles aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

 

Beim internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2021 hatte sich das Ensemble zum ersten Mal bei den Friedensandachten in Krefeld und in Moers der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Andacht in der Friedenskirche Krefeld wurde dabei zum ersten Mal von allen großen Religionsgemeinschaften gemeinsam gestaltet. Es waren berührende Momente der Gemeinsamkeit und des Miteinanders. Umso größer die Erschütterung, als am 12. Mai 2021 Bilder von dem hasserfüllten Aufmarsch vor der Synagoge in Gelsenkirchen in den Tagesnachrichten zu sehen waren. Konrad Göke, Ratsherr aus Moers, schrieb umgehend an die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen. Frau Judith Neuwald-Tasbach antwortete mit ergreifenden Zielen: „Der schreckliche Aufmarsch am 12. Mai vor unserer Neuen Synagoge in Gelsenkirchen mit 180 hasserfüllten Menschen hat den Mitgliedern unserer Gemeinde sehr zugesetzt… Wir kennen keinen dieser Menschen, die ihren Judenhass vor unserer Synagoge so ungeniert herausgebrüllt haben, und sie kennen auch keinen von uns. Wir fragen uns, wie kann es sein, dass sie uns so hassen und dass auch Kinder und Jugendliche dabei waren?“ Als Zeichen der Solidarität hat die Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen Frau Karin Welge die Idee sofort aufgegriffen, und ermöglicht, dass das Konzert in der Synagoge in Gelsenkirchen stattfinden kann. Weiterhin wird das Konzert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Gelsenkirchen unterstützt.

Das Ensemble unter der Leitung von Dennis Kittner am Klavier bringt Titel mit nach Gelsenkirchen, die 1934 auch in München auf dem Programm standen. Das Konzert in München war Wochen im Voraus ausverkauft. Eigentlich hatte das Ensemble bereits Auftrittsverbot. Im letzten Moment wurde einer Ausnahmegenehmigung erteilt, weil die Parteiführung der NSDAP in München kein öffentliches Aufsehen erregen wollte.

Es war der letzte Auftritt des weltberühmten Ensembles nach einer Tournee, bei der Konzerte von der SA gestürmt, das Publikum angepöbelt wurde. Bis zuletzt saß das Ensemble am 13. März 1934, auf ihren Auftritt wartend, in der Garderobe. Seit Monaten waren die jüdischen Mitglieder des Ensembles mit ihren Familien persönlichen Angriffen, Denunziationen und vielfältigen Schikanen ausgesetzt. Alle wussten, heute ist unser letztes gemeinsames Konzert. Die jüdischen Mitglieder des Ensembles standen mit ihren Familien vor einer ungewissen Zukunft. Sie verloren ihren ganzen Besitz, mussten sich regelrecht freikaufen, damit man sie mit ihren Familien ausreisen ließ. Am 13. März 1934 verabschiedete sich das Ensemble mit:

 

Gib mir den letzten Abschiedskuss

weil ich dich heute verlassen muss

und sage mir auf Wiedersehn

auf Wiedersehn, leb wohl.

 

Nach dem Lied herrschte am 13. März 1934 im Konzertsaal zuerst Totenstille und dann brach ein frenetischer Applaus los, ein letztes Mal Standing Ovations in Deutschland. Man muss ein Herz aus Stein haben, um nicht über die Zeiten hinweg zu spüren, was in den Herzen dieser großartigen Künstler vorgegangen sein muss, als sie sich mit diesen Zeilen von ihrer Heimat verabschieden mussten. Sie sind nach dem 13. März 1934 nie wieder zusammen aufgetreten

 

Auch das Ensemble vom Niederrhein wird das Konzert in der Synagoge in Gelsenkirchen mit diesen Zeilen beenden.

 

Für den Besuch der Konterte gilt die 3-G-Regel, bitte bringen Sie den Nachweis mit, geimpft, genesen, oder tagesaktuell getestet zu sein. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, am Ausgang wird um eine freiwillige Spende gebeten.  

Anmeldungen sind unbedingt erforderlich unter info@jg-ge.de.

Jeweils am ersten Mittwoch  des Monat findet um 17.00 Uhr eine Führung im neuen Jüdischen Gemeindezentrum statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich und wird von der Stadt- und Touristinfo unter 0209/1693968 gerne entgegen genommen.